Geschäftsprozessorientierter Projektunterricht der Mediengestalter /innen Bild und Ton

Klasse MG11 des TGBBZ I Saarbrücken

Projektbeschreibung:

 

Dieses Filmprojekt der Mediengestalter Bild und Ton umfasst drei Aspekte

 

  • einen methodisch-didaktischen Aspekt
  • einen gestalterischen Aspekt
  • einen gesellschaftlichen Aspekt.

 

Methodisch-didaktischer Aspekt

Der aktuelle KMK-Rahmenlehrplan der Mediengestalter Bild und Ton sieht einen großen Raum für handlungsorientierten Projektunterricht vor und forder dazu auf, den Unterricht direkt an der betrieblichen Wirklichkeit zu orientieren. Den Lernfeldern werden typische Handlungsabläufe bzw. Geschäftsprozesse zu Grunde gelegt.

Die methodisch-didaktische Zielrichtung bedeutet hier eine Abkehr von der traditionellen Fachsystematik und eine Hinwendung zu einer am Beruf orientierten Systematik d.h. fachliche Inhalte werden an der Stelle vermittelt, an der sie benötigt werden, um eine bestimmte Handlungssituation bewältigen zu können.

Mit diesem Hintergrund ist das konkrete Filmprojekt geschäftsprozessorientiert. Es gliedert sich in die Phasen: Kundenauftrag, Projektplanung, Projektdurchführung und Projekt-präsentation.

Der Kundenauftrag stellte hier eine besondere Herausforderung dar.
Die Gemeindeverwaltung und die Direktion des Tierparks St.Croix in Rhodes/Lothringen waren an einem Image-Film sehr interessiert und stellten ihre Infrastruktur zur Verfügung. Wegen des grenzüberschreitenden Filmprojekts konnte der Verband saarländischer Unternehmer VSU als Sponsor gewonnen werden. Die Sprachprobleme, die sich bereits in der Planungsphase in den häufigen Emailkontakten zwischen den Auszubildenden und den Kunden abzeichneten, konnten bewältigt werden.

 

Als Besonderheit muss herausgestellt werden, dass in allen Phasen des Projekts das TGBBZ I Saarbrücken mit dem AV-Medienzentrum des Stadtverbandes Saarbrücken kooperiert hat. Damit war es möglich, in dem relativ engen Zeitrahmen die Produktion durchzuühren ohne eineüberäßg hohe Zahl an Unterrichtsstunden zu verwenden.

Die Kooperation von Schule und Betrieb, die Erwartungshaltung der Kunden und der persönliche Ehrgeiz der Auszubildenden wirkten sich verstärkend auf den Anspruch an die Professionalität der Arbeit aus.

Alle Phasen des Projektes wurden von den Auszubildenden selbst und eigenverantwortlich gestaltet. Die Lehrer übernahmen regulierende und organisatorische Aufgaben, sorgten für die gesetzlich vorgeschriebene Aufsicht und die Leistungsbewertung.

 

Zur Projektdurchführung waren drei Tage für Bild- und Tonaufnahmen und eine Arbeitswoche für die Bild- und Tonmontage erforderlich. Zwei Arbeitsgruppen konnten zum festgelegten Termin je einen Film in Rhodes dem interessierten Publikum präsentieren. Französische wie deutsche Zuschauer sprachen den Auszubildenden hohes Lob für ihre Leistung aus.

Gestalterischer Aspekt

Die gestalterische Leistungsfähigkeit der Auszubildenden wurde durch die Aufteilung in zwei thematisch unterschiedliche Aufgabenstellungen am Drehort herausgefordert.


Aufgabe 1: Der Stockweiher und die Gemeinde Rhodes - ein Beispiel für gelebte deutsch- französische Freundschaft -

Die Einstellungen vermitteln die ländliche Idylle am Stockweiher. Durch die Musik lassen sich die Bilder unmittelbar in den französischen Raum einordnen.

Touristische Angebote zur Erholung und sportlichen Betätigung werden dokumentiert, moderiert und durch Interviews in der Aussage verstärkt. Die Hauptaussage des Films liegt aber in der Thematik der deutsch-französischen Freundschaft. Der Film soll die Frage klären, wie sich eine kleine französische Gemeinde einer vergleichsweise hohen Anzahl von deutschen Touristen stellt.

 

Interviews mit zwei Restaurantbesitzern, einem Lotissement-Präsidenten und vor allem mit dem Bürgermeister - gestalterisch durch stimmungs- volle Schnittbilder aufgelöst - klären das Problem: Die sogenannten Touristen werden als Einwohner von Rhodes geschätzt. Deutsche wie Franzosen leben hier friedlich zusammen.

 

Aufgabe 2: Der Tierpark von St. Croix.

In gestalterischer Hinsicht geht der Film über eine reine Dokumentation hinaus und bietet dem Zuschauer einen stimmungsvollen Ãœberblick über den in Lothringen sehr bekannten Tierpark. Tiere werden in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt und Menschen, welche die Natur genießen.

Familien und Kinder erleben den Tierpark als Ganzes - auch die Streichelwiese, den Spielplatz und die Theatervorstellungen.

In Interviews mit den Betreibern des Parks gewinnt man einen Eindruck vom Elan und von der Leistungsfähigkeit einer einzigartigen Familie, die aus kleinen Anfängen eine derartige Anlage geschaffen hat und diese zukünftig erweitern wird.

In beiden Filmen werden wegen der Zweisprachigkeit besondere Anforderungen an die Tonmontage gestellt .Die Moderationstexte werden von den Auszubildenden entworfen und in Deutsch gesprochen. Dagegen übernehmen ein Lehrer der französischen Partnerschule und eine Französin die deutsche Übersetzung des französischen Originaltons. Durch das französische Idiom wirkt die Übersetzung glaubhafter.

 

Gesellschaftlicher Aspekt

Zum jetzigen Zeitpunkt ihrer Ausbildung sind die Schüler und Schülerinnen nicht gewohnt in einem größeren Team eine gemeinschaftliche Arbeit zu bewältigen.

Sie sind Individualisten, die sehr schnell Ideen entwickeln, deren Verwirklichung im Team aber nicht problemlos verlaufen.

Drei Aufnahmetage unter erschwerten Wohnbedingungen haben die Klasse, die Lehrer und den Ausbilder näher gebracht und werden von allen Beteiligten als Erlebnis gewertet. Die anschließenden Montagearbeiten an den Schnittplätzen waren sehr intensiv und von gegenseitiger lebhaft positiver Kritik durchsetzt.

Als besonderes Erlebnis müssen auch die Tonaufnahmen mit den Franzosen gewertet werden, denen eine solche Arbeit bisher unbekannt war und die von den Auszubildenden lernen mussten.

Eine abschließende Bewertung der Gruppenarbeit und der Einzelleistungen durch die Lehrer im Vergleich zu der Beurteilung der Auszubildenden ist inzwischen erfolgt.

Für die am Projekt Beteiligten steht aber die Note für den Film fest: -Sehr gut- .