Die folgenden Aussagen wurden von Berufsschülern aus Abschlussklassen in den IT-Berufen gemacht. Im Deutschunterricht wurden sie gebeten, ihre Berufserfahrungen der letzten Jahre wiederzugeben. Besonders häufig wurden dabei die folgenden Erfahrungen mitgeteilt:

"Es gibt nicht den Fachinformatiker. Aufgrund der Vielfältigkeit der Programme und Programmiersprachen ist eine Spezialisierung auf das betriebliche Umfeld unumgänglich."
"Ich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass man sich nicht zu sehr auf die Schule verlassen sollte, sondern die dort angesprochenen Gebiete eher als Denkanstoß sehen sollte."
"Der Ausbildungsbetrieb spielt die entscheidende Rolle. Wenn man seine Ausbildung in einer kleinen Firma beginnt, passiert es häufig, dass man als Azubi schnell ins kalte Wasser geworfen wird und bald genauso hart arbeiten muss wie eine Vollkraft. Das kann aber auch positiv sein, man lernt selbstständig und praxisbezogen zu arbeiten. In großen Betrieben hat man eher den Status eines Azubis, d.h. man wird langsam angelernt und kann sich sehr viel Grundlagenwissen aneignen. Dabei kommt allerdings die Praxis oft zu kurz. In diesem Fall ist es unbedingt notwendig, dass man in seiner Freizeit übt, denn Übung ist in diesem Beruf sehr wichtig."
"Das Berufsbild erfordert eigenverantwortlich handelnde, selbstständig agierende, motivierte junge Menschen, die in der Lage sind, sich dem ständigen Wechsel in der IT-Branche anzupassen."
"Ein spezielles Problem ist das Thema "Mädchen in IT-Berufen". Oft wird man - insbesondere von der eigenen Firma - hochgejubelt, weil man als Mädchen in diesen Beruf einsteigt. Allerdings kann die Ausbildung sehr darunter leiden, wenn man z.B. vom Ausbilder - egal ob unbewusst oder mit Absicht - vorwiegend in Betriebseinsätze geschickt wird, in denen man traditionelle Frauentätigkeiten ausübt, wie zum Beispiel in der Verwaltung. Dabei kommt dann selbstverständlich die Programmierung zu kurz. In diesem Fall muss man als Frau so selbstbewusst sein und mal "auf den Tisch hauen", also das Problem beim Ausbilder ansprechen. Ein kurzer Einsatz in der Verwaltung ist durchaus sinnvoll, aber über einen längeren Zeitraum eher störend."

Die Schüler wurden außerdem befragt, welche Voraussetzungen man möglichst für die neuen IT-Berufe mitbringen sollte. Die nachfolgenden Punkte wurden dabei besonders häufig genannt:

  • Idealismus und Begeisterung für den Beruf
  • die Bereitschaft zu lernen (auch zu Hause, aus Büchern, dem Internet, Newsgroups etc.)
  • Eigeninitiative, Flexibilität und den Willen, ständig etwas Neues zu lernen
  • die Fähigkeit selbstständig zu arbeiten und logische Zusammenhänge erkennen zu können
  • Englischkenntnisse