Hass ist keine Lösung

Erfolgreiche Projekttage gegen Rassismus und für mehr Toleranz am TGBBZ I

Mit der Ausstellung "Hass ist ihre Attitüde" wurden am Donnerstag, den 09.11.06 um 11.30 h am TGBBZ 1 die Projekttage "Hass keine Lösung" - gegen Fremdenfeindlichkeit und mehr Toleranz - eingeläutet.

Angefangen hatte alles mit der Idee von Guido Vogel, die Ausstellung, welche vom Adolf-Bender Zentrum in St. Wendel erstellt wurde, ans TGBBZ I zu holen. Nach diversen Gesprächen mit der Schulleitung sowie Vertretern des AV-Medienzentrums und des Landesjugendrings wuchs daraus das Konzept mehrere Veranstaltungen zu zwei Projektwochen zusammenzufassen. Vorbereitet wurden diese schließlich von Mitgliedern der Fachkonferenz Sozialkunde und Religion.

Die Ausstellung "Hass ist ihre Attitüde" beleuchtet rechtsradikale Strategien zur Gewinnung neuer Sympathisanten und Mitglieder. Im Vorfeld der Ausstellungseröffnung hatten sich die Mitglieder der Fachkonferenz Religion, Frau Barth, Herr Ewerle, Herr Martin und Herr Pratt bereits in die Inhalte einführen lassen, so dass sie selbst kompetent ihre Klassen durch die Ausstellung führen konnten. Dr. Döring, der für das Adolf-Bender-Zentrum die Ausstellung konzipierte, erläuterte in seiner Ansprache, wie über Kleidung, Musik oder Internet besonders Jugendliche in die rechtsextreme Szene hineingezogen werden. Er betonte, dass die Ausstellung auf die Versuche aufmerksam machen will, rechtes Gedankengut in der jugendlichen 'Alltagskultur' zu etablieren. Frau Lauer ging in ihrer Rede auf den erzieherische Auftrag des TGBBZ I ein und äußerte die Hoffnung , dass durch die Ausstellung Jugendliche zu mehr Aufmerksamkeit und Zivilcourage angeregt würden. Herr Fuchs als Vertreter der Ministeriums zeigt sich angetan vom Engagement der teilnehmenden Klassen und wünschte den Projekttagen einen guten Erfolg.

Unter dem Leitgedanken der Erinnerung und der Auseinandersetzung nahmen die Klassen ZR 11, VT 12, ZB 11.2, FOS 11.3 sowie FOS 12.2B in Zusammenarbeit mit dem Landesjugendring am 23.11.06 an einer "alternative Stadtrundfahrt" in Saarbrücken teil. Begleitet wurden die Klassen von den Lehrerinnen und Lehrern Drum, Schneider-Bosslet, Hirtz, Nitsche und Zimmer. An Stationen wie dem ehemaligen Gefängnislager Neue Bremm oder dem Hauptsitz der Gestapo am Schloss wurde deutlich, dass auch im Saarland der Ungeist des Nationalsozialismuses alltäglich greifbar war und viele Unschuldige unter ihm leiden mussten. Georg Vogel, der Geschäftsführer des Landesjugendrings, erläuterte in seiner Einführung am Schloss, welche immense politische Sprengkraft die Saarabstimmung von 1935 hatte. Horst Bernhard vom Verein der Verfolgten des Nationalsozialismus ging in seinen Erklärungen auf dem Gelände des Lagers Neue Bremm auf die unglaublichen Leiden und Entbehrungen der Gefangenen ein. Klar wurde, dass es keine anonyme Personen waren, die folterten und töteten, sondern "Durchschnittssaarländerinnen und Saarländer" teilweise aus der unmittelbaren Nachbarschaft.

Abschließend verdeutlichte der Geschäftsführer des Landesjugendrings auf dem alten St.Johanner Friedhof am Grab von Willi Graf, dass die Saarbrücker auf "ihren" Widerstandskämpfer stolz sein können. Am Freitag, den 24.11.06, wurde zum Abschluss der Projekttage in der Aula des Berufsbildungszentrums der Film "Sophie Scholl" in Zusammenarbeit mit dem AV-Medienzentrum des Stadtverbandes gezeigt. Zirka 200 Schülerinnen und Schüler waren gekommen, um den Oskar-nominierten Film zu sehen. Technische Unterstützung leistete hier die Klasse VA 11 mit den Lehrern Hack, Anna und Wittenmayer.

Guido Vogel, der Initiator der Projektwochen, äußerte die Hoffnung, dass durch die Projekttage klargestellt werde, dass Nationalsozialismus und Rechtsradikalismus immer wieder aufs neue bekämpft werden müssen und nie als erledigt betrachtet werden dürfen. Das Fazit der Projektwochen "Hass ist keine Lösung" fällt bei den Beteiligten durchweg positiv aus. Neben der bemerkenswert großen "Streuwirkung" der Veranstaltungen - ca. 50 Klassen mit über 1000 Schülerinnen und Schüler wurden erreicht - wurden auch die einzelnen Veranstaltungen in ihrer Qualität gelobt.

Es stellt sich nun die Frage, ob die Projekttage im nächsten Jahr wiederholt werden bzw. zu einem festen Ereignis im Schuljahr der Mügelsbergschule werden.
Guido Vogel