IoT-Hackathon im TGBBZ 1 Saarbrücken

Das Internet of Things (IoT) zieht immer mehr in unser Leben ein. Beispiele sind die Fernseher, die mit dem Internet verbunden sind und darüber interagieren. Beim Smart-Home steuert man Heizung und Hausgeräte über das Internet an.

Auch in der Industrie bietet das IoT neue Möglichkeiten. Selbstorganisierende Produkte revolutionieren die Produktion. Dies bezeichnet man auch als Industrie 4.0, die selbst in der Schnellgastronomie Einzug hält, bei der individuelle Produkte in Echtzeit nach Kundenwünschen produziert werden.

Am TGBBZ 1 Saarbrücken brachte man mit Hilfe eines projektbasierten Unterrichts den Schülerinnen und Schülern diese neue Technologie nahe. Als Projektform wählte man einen Hackathon, der nach Impulsvorträgen mit intensiven Arbeitsphasen das praktische Erleben der Technik ermöglicht.

Nach der Eröffnung durch die Schulleiterin des TGBBZ 1, Rita Lauer, gaben Vorträge Einblick zum Thema IoT/Industrie 4.0. Christine Streichert-Clivot, die Staatssekretärin des Ministeriums für Bildung und Kultur, unterstrich wie wichtig diese Technologien sind. John Maddog Hall, der Chairman des Linux Professional Instituts, erklärte wie wichtig Open Source für die IoT-Geräte ist, da nur quelloffene Software gewährleisten kann, dass die Geräte wartbar sind und Fehler gefunden werden. Reinhard Karger, der Leiter der Unternehmenskommunikation der DFKI GmbH, faszinierte das Publikum mit einem eindrucksvollen Vortrag über neue technologische Entwicklungen. Gerhard Schaller, Senior Manager Corporate Finance, IT, M&A der ZF Friedrichshafen AG illustrierte wie der aktuelle Stand der technologischen Umsetzung bereits heute ist. Vertreter der Ausbildungsbetriebe und der IHK zeigten durch ihre Anwesenheit, dass ihnen diese Veranstaltung wichtig war.

In einer intensiven praktischen Arbeitsphase erzielten die Schülerinnen und Schüler bemerkenswerte Resultate. In einem Peer-Review, einer gegenseitigen Bewertungsrunde, wurden die Projekte evaluiert. Die folgenden Arbeiten wurden als beste Projekte prämiert:

  • Um eine flüssige Bewegung für die Arbeit mit einem Roboterarm zu implementieren kann dieser per JoyStick gesteuert werden. In einem programmierten Konfigurationsmodus lässt sich eine feste Bewegungsabfolge des Armes per Knopfdruck programmieren. Ein Zusatzschalter sorgt für die Ansteuerung des Ruhezustands.

  • Bei Urban City Alarm System misst eine Maschine kontinuierlich die Temperatur und alarmiert bei Überschreiten des Grenzwerts jemanden via Android-App und E-Mail. Über eine sprachgesteuerte App lässt sich der Fehlerstatus abfragen und der Fehler per Sprachbefehl interaktiv beheben.

  • Ein Steuergerät versorgt Pflanzen in einer Hydrokultur, mit dem korrekten Verhältnis von Dünger und Wasser. Die Flüssigkeit wird aus verschiedenen Becken mit Pumpen zusammen gemischt und das Gerät analysiert das Mischverhältnis anhand der Messwerte der PH- und EC-Sensoren und zeigt die Daten auf einem Display und einem Web Dashboard an.

 

Auch die Resultate der anderen Projekte beeindruckten:

  • Beim SmartDesk springt ein Ventilator an, wenn es zu heiß ist und ein Mensch sich in die Nähe des Geräts begibt. Auch, in der IT-Branche wichtig, wird automatisch Kaffee angefordert, sobald der Mensch detektiert ist.

  • Der Robot-Car fährt einer vorgegebene Linie nach bei selbstständiger Kurskorrektur. Verliert er die Linie, so dreht er sich im Kreis, um sie zu suchen. Auch Haltesignale werden verarbeitet.

  • Der SmartMirror ist ein Spiegel mit Display- und Touchfunktion, der Raumfeuchtigkeit und Temperatur anzeigt, sowie das Licht anschalten kann.

  • Der LCD-Wecker zeigt nicht nur Uhrzeit, sondern auch Datum und Temperatur an.

  • Der Doorlockserver in Kombination mit einer Kamera übernimmt die Authentifizierung bei einem automatischen Türöffner. Bei Falscheingabe schießt eine Kamera ein Bild.

  • Eine mehrstufige Zutrittskontrolle kombiniert PIN-Codeeingabe und RFID-Chip als Identifikationsnachweis. Eine individuelle Begrüßung per Display ist darüber hinaus möglich.

  • Ein temperaturgesteuerter Ventilator fängt bei zu hoher Temperatur an zu laufen und zeigt Temperatur und Kontrollleuchten an.

  • Bei der Hausautomatisierung erkennt ein Multisensor Temperatur und Bewegung. Eine Anbindung an Apples Homekit ist möglich und man kann Daten über einen Telegram-Bot erfragen.

Besondere Gäste am TGBBZ 1 waren Vertreter des Linux Professional Institutes (https://www.lpice.eu), das als Hauptsponsor die Veranstaltung ermöglichte. G. Matthew Rice, der Executive Director LPI Inc. Kanada, der eigens für dieses Hackathon von Toronto nach Saarbrücken reiste, übergab die Zertifikate für die gelungenen Projekte. Extra angereist war auch Reiner Brandt, der Geschäftsführer des LPI Central Europe. dessen Vortrag über die Verbreitung von Linux und die Fortbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich informierte.